KOMMEN. Vortrag von Prof. Dr.- Ing. habil. Brune

In ihrer Präsentation stellte Frau Prof. Brune einerseits die Vielfalt der aktuellen Forschungsthemen zum Stahlhoch- und Stahlbrückenbau, zum Stahlleichtbau und zur Fassadentechnik, zur Stahl-Beton-Verbundbauweise, der Verbindungstechnik sowie dem Korrosionsschutz mittels Feuerverzinkung dar. Sie hob hervor, dass neben der intensiv gepflegten Kooperation mit nationalen, europäischen und internationalen wissenschaftlichen Experten des Stahlbaus mit Blick auf den Anwendungsbezug im Bauwesen insbesondere die Kooperation mit der Industrie, den etablierten Fachkreisen und Verbänden sowie den Bauherrnvertretern bedeutend ist. Auch interdisziplinäre Forschungen, z.B. im Hochregallagerbau, bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen/Energietechnik und in der Werkstofftechnik, erweiterten den wissenschaftlichen Horizont über den Stahlbau hinaus und eröffneten sonst nicht denkbare Optionen für neue System-, Konstruktions- und Detaillösungen. Frau Prof. Brune betonte die hervorragenden Möglichkeiten der Universitäts-Allianz Ruhr zur Bildung von Forschungskonsortien und zur Nutzung von Synergieeffekten.
Weiter regte Frau Prof. Brune an, der Transformation des Bauens auch in der Forschung Rechnung zu tragen. Hier rückte sie die Aspekte der Ressourceneffizienz, der Nachhaltigkeit und vor allem das zirkuläre Bauen in den Fokus. So wandelt sich Bauen immer mehr zum Bauen im Bestand und umfasst gleichermaßen die Ertüchtigung und Sicherung unserer Infrastrukturbauwerke als auch die Nachrüstung von Dächern mit Photovoltaik-Anlagen. Frau Prof. Brune zeigte eindrucksvoll, dass der Lehrstuhl Stahlbau mit Forschungen zur Nachrechnung und Ertüchtigung von existierenden Stahlkonstruktionen auch in diesem Segment aktiv und erfolgreich ist.
Als weiteren essentiellen Forschungs-Baustein hob Frau Prof. Brune die Gremienarbeit und den Transfer hervor. Nicht zuletzt über ihre aktive Mitarbeit in den fachspezifischen nationalen und europäischen Gremien des CEN, DIN, ECCS wurden Netzwerke geknüpft, der wissenschaftlichen Diskurs gefördert, der Fokus erweitert, Forschungsprojekte initiiert sowie eigene Forschungsergebnisse in Wissenschaft und Praxis transferiert, in technischen Regelwerken verankert und bauaufsichtlich eingeführt. Frau Prof. Brune betonte, dass ihre Übernahme von Leitungsfunktionen in wesentlichen Gremien für diesen Forschungstransfer außerordentlich förderlich war.
Mit Ihrem letzten Impuls legte Frau Prof. Brune den Grundstein für weitere Diskussionen über die Lehrausrichtung im Bauingenieurwesen. So sehr der Einbezug aktueller Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit in die Lehre geschätzt wird, so wichtig bleibt ihr die qualitätvolle technisch-konstruktive Ausbildung von Bauingenieur:innen, ohne die den großen Herausforderungen in der Planung und Ausführung von Bauwerken sowie in der Forschung zukünftig nur schwer begegnet werden kann.
Nach dem interessanten Impulsvortrag nutzen die Gäste aus der Fakultät sowie Ehemalige und Freund:innen des Lehrstuhls Stahlbau die Möglichkeit des weiteren Austausches bei einem Umtrunk.

