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Das Dortmunder Modell

Bauen funktioniert nur im Team. Genau darauf basiert das Dortmunder Modell der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen der TU Dortmund. Architektur und Bauingenieurwesen werden hier nicht getrennt, sondern gemeinsam gedacht, gelehrt und weiterentwickelt

Die Fakultät vereint die Lehre beider Disziplinen in einer gemeinsamen Struktur. Das Dortmunder Modell besteht seit den 1970er‑Jahren und verbindet Architektur und Bauingenieurwesen systematisch in Studium, Forschung und Praxis. 

Ziel ist eine Ausbildung, die Gestaltung, Konstruktion, Technik, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung zusammenführt und so ein ganzheitliches Verständnis des Baugeschehens vermittelt. 

Studierende werden dabei nicht nur Experten ihre eigenen Fachdisziplin, sondern lernen auch, wie erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Architekt:innen, Ingenieur:innen und weiteren Fachrichtungen funktioniert. 

Interdisziplinär studieren – von Anfang an

Ein zentrales Element des Dortmunder Modells ist die gemeinsame Studieneingangsphase sowie aufeinander abgestimmte Studieninhalte. 

So entstehen früh Berührungspunkte zwischen den Fachrichtungen und ein Verständnis für unterschiedliche Perspektiven in Planung und Bau. 

Im Studium werden gestalterische, technische, ökonomische und gesellschaftliche Aspekte des Bauens miteinander verknüpft. Gleichzeitig spielen aktuelle Themen wie Digitalisierung, nachhaltiges Bauen und integrale Planung eine wichtige Rolle.

Projektarbeit als Herzstück des Studiums

Die interdisziplinären Projekte P1, P2 und P3 bilden das didaktische Zentrum des Dortmunder Modells. 

In diesen Projekten arbeiten Studierende aus Architektur und Bauingenieurwesen – im Master zusätzlich aus dem Bereich Immobilien‑ und Baumanagement – gemeinsam an realitätsnahen Planungsaufgaben. 

In kleinen Teams entwickeln sie Lösungen für komplexe Bauaufgaben und lernen dabei, unterschiedliche fachliche Perspektiven zusammenzubringen. 

Diese projektorientierte Arbeitsweise fördert Teamfähigkeit, fachliche Kommunikationsvermögen, integrales Denken und wissenschaftlich fundierte Entscheidungsprozesse.

Projekt 1: Massivbau (z.B. kleines öffentliches Gebäude)

Das erste Projekt findet im Bachelorstudium statt und führt Studierende in die Grundlagen der interdisziplinären Planung ein. 

Anhand einer überschaubaren Bauaufgabe lernen sie, gestalterische, konstruktive und funktionale Anforderungen miteinander zu verbinden. 

Dabei werden unterschiedliche Denkweisen der Disziplinen sichtbar und erste Erfahrungen in der Zusammenarbeit gesammelt.

Projekt 2: Skelettbau / Halle (z.B. Verwaltungs-, Sonder-, Hallenbau)

Im weiteren Verlauf des Bachelorstudiums wird die Zusammenarbeit vertieft. Studierende bearbeiten komplexere Hochbauaufgaben und arbeiten stärker mit digitalen Werkzeugen und methodischer Planung. 

Der gesamte Planungsprozess – von der ersten Idee bis zur detaillierten Ausarbeitung – wird strukturiert entwickelt und vorbereitet. 

Dieses Projekt bildet zugleich eine wichtige Grundlage für die anschließende Bachelorarbeit. 

Projekt 3: Ingenieurbauten (z.B. Brücke, Stadion, Hochhaus)

Im Masterstudium führt Projekt 3 Studierende verschiedener Studiengänge zusammen, um komplexe Bauaufgaben gemeinsam zu lösen. 

Dabei stehen technisch, organisatorisch und wirtschaftlich anspruchsvolle Projekte im Mittelpunkt, etwa Ingenieurbauten wie Brücken, Stadien oder Hochhäuser. 

Ziel ist eine Lösung, die funktionale, technische, gestalterische und wirtschaftliche Anforderungen gleichermaßen berücksichtigt.

Fachliche Tiefe und interdisziplinäres Denken

Neben der Projektarbeit vermitteln die Studiengänge eine fachliche Expertise in ihren jeweiligen Disziplinen. 

Im Architekturstudium tragen insbesondere die Gestaltung, die Architekturgeschichte, der Städtebau, die Gebäudetypologie und das Entwerfen zur fachlichen Vertiefung bei.

Im Bauingenieurwesen bilden Fächer wie höhere Mathematik, Mechanik und Statik die mathematisch‑naturwissenschaftlich Basis. Die Grundlagen des Konstruktiven Ingenieurbaus werden materialübergreifend eingeführt und im Stahlbau, Massivbau und Holzbau vertieft. 

Diese Kombination aus disziplinärer Tiefe und interdisziplinärer Zusammenarbeit ist ein zentrales Merkmal des Dortmunder Modells. 

Vom Bachelor zur Spezialisierung im Master

Das Studium folgt einem klaren Kompetenzaufbau:

Im Bachelor werden zunächst Grundlagen gelegt, anschließend fachlich vertieft und schließlich in interdisziplinären Projekten angewendet. 

Im Master können Studierende ihre Interessen weiter spezialisieren, sich fachlich vertiefen und eigenständige wissenschaftliche Fragestellungen bearbeiten. 

Die Ausbildung bereitet sowohl auf Tätigkeiten in Planung, Bauwirtschaft und öffentlicher Verwaltung als auch auf wissenschaftliche Laufbahnen vor.